Der Urwalddoktor Albert Schweitzer

Albert Schweitzer

Zu Hause im Elsass

Es ist jetzt 125 Jahre her: Am 14. Januar 1875 wird in Kaysersberg bei Colmar im Elsass ein kleiner Junge geboren: Albert Schweitzer.

Der kleine Albert wächst zusammen mit seinen Geschwistern im Pfarrhaus von Günsbach auf. Schon früh entdeckt er die Liebe zur Musik. Bereits mit 5 Jahren bekommt er Klavierunterricht von seinem Vater. Als seine Beine endlich lang genug geworden sind, darf er in der Kirche auf der Orgel spielen. Die Freude daran wird ihn sein ganzes Leben lang begleiten.

Das Studium in Straßburg

Die Schulzeit schließt Albert Schweitzer mit dem Abitur ab und er geht zum Theologiestudium nach Straßburg. Kurz vor seinem dreißigsten Geburtstag fasst er einen Entschluß: Er möchte nicht nur von seinem Glauben an Jesus reden, sondern auch den armen und kranken Menschen in dieser Welt als Arzt helfen. Harte Jahre als Medizinstudent folgten. Sein knappes Geld besserte er durch Orgelkonzerte auf; inzwischen ist er ein gefragter Organist geworden. Albert Schweitzer kennt sich in der Musik Johann Sebastian Bachs gut aus und gilt darin als Fachmann.

Die erste Zeit in Lambarene in Gabun/ Westafrika

1912 endlich hat Albert Schweitzer sein Studium beendet und heiratet seine Helene, geb. Bresslau. Beide reisen im Jahr darauf nach Afrika. Dort möchten sie im Ogowegebiet ein Krankenhaus für die arme Bevölkerung aufbauen.

Es beginnt mit einem Hühnerstall: Dort werden die Kranken untersucht und behandelt. Nach und nach findet Albert Schweitzer in Lambarene Helfer unter den Eingeborenen. Er baut neue Hütten für die Kranken, stellt einen Koch ein und erweitert das >Urwaldspital< sogar noch um ein Lepradorf. Seine Arbeit wächst ständig. Trotzdem findet er noch Zeit, sich um verwaiste Äffchen zu kümmern und auf seiner Orgel zu spielen.

Das Leben im Urwald

Die wachsende Arbeit in Lambarene ist nur zu bewältigen, wenn alle –auch die Patienten- mithelfen. Morgens um 8 ertönt ein Gong und jeder bekommt ein Arbeitsgerät in die Hand: Hacken und Schaufeln, Spaten und Rechen, um neue Urwaldstücke zu roden oder die Obstplantage zu pflegen. Abends findet dann unter dem Mangobaum die Medikamentenausgabe statt.

Die Freunde in Europa

Unterdessen wird mensch in Deutschland auf die Arbeit des Urwalddoktors aufmerksam. Lambarene wird berühmt. Albert Schweitzer fährt mehrmals nach Europa. Dort hält er Vorträge und Radioansprachen über seine Arbeit und gibt Orgelkonzerte, um Geld für seine Kranken zu bekommen. Das Albert Schweitzer auch noch theologische Bücher schreibt, wie z.B. "Das Leben Jesu" und damit großes Aufsehen erregt, ist erstaunlich.

1930 muß seine Frau nach Europa zurück, da sie das afrikanische Klima nicht verträgt. Sie unterstützt aber ihren Mann aus der Ferne, und kommt auch immer wieder auf Besuch nach Lambarene.

Albert Schweitzer- der Friedensnobelpreisträger

So vergehen die Jahre. Lambarene wächst. Albert Schweitzer arbeitet dort unermüdlich. 1953 bekommt er dafür den Friedensnobelpreis.

1959 –Helene Schweitzer ist inzwischen in Zürich gestorben- besucht der >Urwalddoktor< zum letzten mal Europa. Auch in seinem Alter gönnt er sich wenig Ruhe. Zu seinem 90. Geburtstag kommen Gäste aus aller Welt nach Lambarene.

Am 4. September 1965 stirbt Albert Schweitzer in seinem Urwaldspital. Er wird mit großer Anteilnahme unter einer von ihm gepflanzten Dattelpalme beerdigt. Wie beliebt er bei seinen Patienten und Mitarbeitern war, zeigt das, was eine alte Afrikanerin nach der Beerdigung zu ihrer Freundin sagte: "Weißt du, im Himmel sitzen jetzt zwei alte Männer, der liebe Gott und der Doktor."


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