Fromms Leben und Werk

von Helmut Wehr

Erich Fromm

Erich Pinchas Fromm wurde am 23. März 1900 als einziges Kind des orthodox-jüdischen Obstweinkaufmanns Naphtali Fromm und seiner Frau Rosa, einer geborenen Krause, in Frankfurt am Main geboren. Die Mutter Fromms entstammte einer Familie russischer Emigranten, die in Finnland zum Judentum konvertierten. Sein Urgroßvater war der "Würzburger Raw" Seligmann Bär Bamberger, der im 19. Jahrhundert einer der bekanntesten Rabbiner des deutschen Judentums war. Die Stimmigkeit des religiösen, jüdischen Lebens beeindruckte den jungen Fromm tief. Da auch sein Großvater Rabbi und sein Onkel mütterlicherseits Talmudforscher waren, war Fromms Interesse für die "mittelalterliche", vorkapitalistische Welt des orthodoxen Judentums vorgezeichnet. Der Talmud und Halacha, das gesetzestreue Handeln, war wichtiger als das Geldverdienen. Diese religiöse Existenz, die der Vater beispielhaft vorlebte, beeinflußte Fromm zeitlebens, sogar in seinem Tagesablauf. Der Morgen war dem Studium, der Meditation, der Reflexion vorbehalten, erst nachmittags begann die (therapeutische) Arbeit.

Dieser verinnerlichte religiöse Einfluß des zum Teil überängstlichen Vaters gab Fromm die Möglichkeit, den Konflikten mit seinen Eltern, vor allem mit seiner vereinnahmenden Mutter, zu begegnen. Als Ausgleich zum Elternhaus und den Zwängen des Einzelkind-Daseins begann er frühe Talmud-Studien bei Rabbi Horowitz, die ihre Fortführung bei Rabbi Nehemia Nobel in der Synagoge am Börneplatz fanden. Dieser ekstatische Prediger weist Fromm auf die Befreiungsmöglichkeit des unmittelbaren, religiösen Erlebnisses hin. Die jüdische Mystik beeindruckte Fromm, so daß für ihn die Thora und vor allem die Schriften der Propheten Visionen des universalen Friedens wurden. Kritisch wurde seine Haltung gegenüber Kriegen und Brutalitäten, wie sie bei der Eroberung Kanaans deutlich geworden waren. Hier wurde Fromms spätere Kritik am Herrschergott patriarchalen Zuschnittes angebahnt, die in der späteren nicht-theistischen Mystik gipfelte. Die nicht-theistische Mystik verlegt die Gotteserfahrung in den Menschen, der durch Meditation zu seinem eigenen Ursprung, für den "Gott" als Symbol steht, findet. Im Kreis um Rabbi Nobel knüpfte Fromm teilweise freundschaftliche Kontakte zu Ernst Simon, Siegfried Kracauer, Franz Rosenzweig, Leo Löwenthal und Martin Buber, was von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung seiner Persönlichkeit wurde. Auch von Bloch und seinem Geist der Utopie zeigt sich Fromm beeinflußt. Dieses Denken fand in der Revolution der Hoffnung 1968 seinen Nachhall.

Nach dem Abitur 1918 begann Fromm zunächst ein Jurastudium in Frankfurt, zum Sommersemester 1919 wechselte er dann nach Heidelberg. Schon während des Ersten Weltkrieges begann seine kritische Distanz gegenüber irrationalem Massenverhalten zu wachsen. Im Zusammenhang mit dem Selbstmord einer Bekannten wurde hier die Grundlage für seine psychoanalytischen Studien gelegt. Nach dem Tod Rabbi Nobels im Jahr 1922 lockerte sich der Kontakt mit Frankfurt. Heidelberg mit dem akademischen Lehrer Alfred Weber und dem Talmud-Lehrer Salmon Baruch Rabinkow wurde zur wichtigsten Station in Fromms Leben. Seine soziologischen, psychologischen und philosophischen Studien verschmolzen hier unter dem Eindruck Rabinkows zu einer "jüdischen" Synthese, die Sozialismus, Mystik, Humanismus und eine konservative religiöse Lebenspraxis in einer durch gemeinsamen Kultus geprägten Gemeinschaft verband. Rabinkow wurde rückblickend für Fromm zur Personifikation eines am Sein orientierten Lebens. Die mythisch-ekstatische Lehre des Chassidismus wurde universalistisch interpretiert. Die Kabbala, die jüdische Mystik, erhielt eine revolutionäre und intellektuelle Nuance, in der Lebensfreude und die Marxsche Vision des Sozialismus verknüpft wurden. Fromm übernahm Rabinkows anthropologische Option, seine Sicht des vorbildlichen Menschen, in seine eigene Charakterlehre (vgl. R. Funk, 1983, S. 59). Die Begriffe Produktivität und Biophilie gehen der Sache nach auf Rabinkow zurück. Dies war nur möglich, weil Rabinkow die Selbständigkeit Fromms nicht indoktrinierend unterlaufen wollte. Eine große persönliche Freiheit bestimmte ihr Verhältnis.

Als Fromm sich 1920 für ein Referat bei Alfred Weber in das Mutterrecht Bachofens vertiefte, war die Grundlage gelegt für Fromms spätere Distanzierungsversuche von Freuds Libidotheorie, die er selbst allerdings erst durch die Vermittlung von Frieda Reichmann 1923 kennenlernte. Die Theorie der Mutterliebe und der bedingten Zuwendung durch den Vater wurden für ihn wichtige Bezugspunkte, die Fromm auch innerhalb seiner psychoanalytischen Ausbildung in Berlin als eigene Lebenserfahrungen reflektierte. Ebenfalls 1920 schloß sich Fromm dem Gründungskreis des Freien Jüdischen Lehrhauses um Franz Rosenzweig an. An dieser "Volkshochschule" lehrten unter anderen Kracauer, Buber und Löwenthal. Sein Interesse wurde auf die Interaktion von Menschen innerhalb einer Gemeinschaft gelenkt. 1922 promoviert Fromm mit der Arbeit Das jüdische Gesetz. Ein Beitrag zur Soziologie des Diasporajudentums bei Alfred Weber. Bereits in dieser Dissertation Fromms fand sich eine Vorform seiner Theorie des Gesellschafts-Charakters. Das jüdische Gesetz bezeichnet eine seelische Haltung, die vom überlieferten religiösen Ethos des Judentums gespeist wird und das Leben als ganzheitliche Praxis begreift (vgl. E. Fromm, 1922, S. 29ff.).

Fromm begann eine psychoanalytische Ausbildung in München und Berlin. 1924 lernte er in Heidelberg Frieda Reichmann näher kennen, als sie dort ein psychoanalytisches Sanatorium eröffnete. Frieda Reichmann war Anfang der zwanziger Jahre die Assistentin von J. H. Schultz, dem Begründer des Autogenen Trainings. Fromm heiratete sie 1926. Zugleich mit den letzten Kontrollanalysen seiner Ausbildung eröffnete Fromm im Herbst 1930 in Berlin eine psychoanalytische Praxis, womit er seine berufliche Perspektive festgelegt hatte. Er setzte seine Lehranalyse bei Karl Landauer in Frankfurt fort, nachdem er sich im "Thorapeutikum" Frieda Fromm-Reichmanns vom orthodoxen Judentum abgewandt hatte (1926). Die negative Theologie des mittelalterlichen jüdischen Philosophen Maimonides mit ihrem Bilderverbot ließ ihn später die Wende zur nicht-theistischen, humanistischen Religiosität, zur Mystik von Meister Eckhart und zum Zen-Buddhismus von D. T. Suzuki und Nyanaponika Mahathera vollziehen. Dieser Bruch mit der jüdischen Orthodoxie bedeutete jedoch keine Abkehr von der Religion schlechthin. Das religiöse Erfahrungssubstrat, das er später als X-Erfahrung bezeichnete, faßte Fromm nun in psychologische Begriffe und beschritt damit einen eigenständigen Weg der Erklärung religiöser Phänomene.

Das Jahr 1926 brachte somit für Fromm den Durchbruch zu selbständiger, produktiver Identitätsfindung. In der sich entwickelnden Analytischen Sozialpsychologie verknüpfte Fromm zum einen die Forderungen der jüdischen Propheten mit der Geschichtstheorie und dem Humanismus von Marx, zum anderen Bachofens Mutterrechtstheorie mit Psychoanalyse. Er entdeckte für sich die Determiniertheit der Menschen durch die Gesellschaft (Marx) und das Unbewußte (Freud).

Kontakte zu Wilhelm Reich und Siegfried Bernfeld führten zu dem Versuch, Psychoanalyse und Marxismus zu verbinden (vgl. E. Fromm, 1932a, GA I, S. 37-57; H. P. Gente, 1970/72). Dennoch: bis 1934 war Fromm ein "orthodoxer Freudianer". Dies wurde auch deutlich, als 1929 das psychoanalytische Institut in Frankfurt als Heidelberger "Zweigstelle" gegründet wurde. Neben dem Leiter, Karl Landauer, dozierten Erich Fromm, Frieda Fromm-Reichmann und Heinrich Meng. Das Frankfurter Psychoanalytische Institut fand gastliche Aufnahme in den Räumen des Instituts für Sozialforschung (IfS), das von Max Horkheimer geleitet wurde. Beide Institute bewahrten ihre Unabhängigkeit. Fromm hielt Vorlesungen in Frankfurt und praktizierte gleichzeitig in Berlin als Therapeut. Über den Studienfreund Leo Löwenthal kam Fromm als Leiter der sozialpsychologischen Abteilung auf Lebenszeit 1930 an das IfS. Daß der neu mit der Leitung des Instituts betraute Sozialphilosoph Max Horkheimer dieses große Interesse an der Psychoanalyse zeigte, hing mit seinem Problem zusammen, nicht frei vortragen zu können. Horkheimer begann deswegen eine Therapie bei Landauer.

Schon bei seiner Antrittsvorlesung 1929 hatte Horkheimer seinen interdisziplinären Ansatz, eine umfassende Theorie der Gesellschaft zu entwickeln, vorgestellt. Zur Kooperation der Einzelwissenschaften gehörte nach den Erfahrungen der gescheiterten Revolution von 1918 unverzichtbar das psychologische Bindeglied zwischen ökonomischer Basis und ideellem Überbau. Unwiderruflich und entscheidend beeinflußt wird Fromm als einer der fruchtbarsten Köpfe des IfS von Horkheimer selbst, Pollock, Grossmann und Löwenthal (vgl. G. Knapp, 1982, S. 21ff; R. Wiggershaus, 1988, S. 67ff.).

Fromm vermittelte der Kritischen Theorie wichtige theoretische und methodische Impulse. Seine humanistische (religiöse) Grunderfahrung reformulierte er nun in materialistischer Begrifflichkeit. Seine Sozialpsychologie versuchte, den Zusammenhang zwischen Gesellschaft und Psyche zu erfassen. Die Annahme eines vermittelnden Zwischenglieds zwischen Ökonomie und psychischer Struktur fand ihren Ausdruck in der Form der "spezifischen libidinösen Strukturen" (vgl. E. Fromm, 1932a, GA I, S. 56), woraus später der "Gesellschafts-Charakter" wurde. Der Begriff der Autorität, die Folgebereitschaft der Individuen, wird als sadomasochistische Struktur in der Wirtschaft, im Gesellschaftssystem, im politischen Bewußtsein analysiert. Die erste psychoanalytische Feldforschung (E. Fromm, 1980, GA III, S. 1-224) versuchte, durch assoziative, interpretative Verfahren die unbewußten Motive der Arbeiter und Angestellten am Vorabend des Dritten Reiches zu ermitteln. Das autoritäre (Un-) Bewußtsein wurde als Kitt des Status Quo offenbar, die Diskrepanz zwischen objektiver Klassenlage und realem politischen Handeln konnte erklärt werden. Es ist mehr als eigentümlich, daß diese Untersuchung erst 1980 publiziert werden konnte.

Neben Rezensionen in der Zeitschrift für Sozialforschung publizierte Fromm 1931 seine Auseinandersetzung mit Reiks Religionskritik, in Die Entwicklung des Christusdogmas (E. Fromm, 1930a, GA VI, S. 11-68). 1932 trennte er sich von Frieda Fromm-Reichmann, der er jedoch auch nach der Scheidung 1940 freundschaftlich verbunden blieb. In diese Zeit fällt auch die Tuberkoloseerkrankung, die ihn zur Kur nach Davos zwang. Auf Vermittlung von Karen Horney wurde er Universitätslektor für Psychoanalyse in Chicago und emigrierte in die USA.

Kurz nachdem er 1933 zusammen mit Andries Sternheim zum Präsidenten der Genfer Internationalen Gesellschaft für Sozialforschung ernannt worden war, nahm Fromm die Arbeit am ebenfalls emigrierten IfS in New York wieder auf. Das Institut für Sozialforschung war 1933 von den Nazis wegen "staatsfeindlicher Tendenzen" geschlossen worden. Horkheimer war es jedoch gelungen, die Bibliothek und das Stiftungsvermögen des Instituts zu retten. Das Institut wurde zuerst nach Genf, dann nach Paris und später nach New York ausgelagert (vgl. M. Jay, 1981, S. 48ff; R. Wiggershaus, 1988, S. 164ff.). Gleichzeitig mit der Rückkehr an das Institut eröffnete Fromm in New York eine psychoanalytische Praxis. Dies erlaubte ihm, ökonomisch auf eigenen Füßen zu stehen und machte ihn auch relativ unabhängig von den finanziellen Zwängen des Instituts für Sozialforschung im Exil. Fromm reduzierte so durch eigene Kontakte und Arbeitsmöglichkeiten die Probleme des Exils. Für die anderen Mitglieder des Instituts waren die Probleme im US-Exil schwieriger zu bewältigen. Nur unter manifesten Konflikten vollzog sich ihre Integration. Doch schon in der Anfangsphase der Emigration des Institutes spielte Fromm eine wichtige Rolle, indem er mit Gumperz die Chancen in den USA sondierte und für Horkheimer wichtige Kontakte anbahnte. Als Gastprofessor an der Columbia Universität verband Fromm Sullivans Theorie der zwischenmenschlichen Beziehung mit Gedanken von Karen Horney, Frieda Fromm-Reichmann, Clara Thompson, Margret Mead und Ruth Benedict. Er rückte von Freuds Libidotheorie ab. Als der einzige ihn theoretisch anregende Mitarbeiter genoß Fromm die Unterstützung Horkheimers, der noch die "schopenhauerisch-buddhistisch inspirierte Modifikation Marxschen und Freudschen Denkens" (vgl. R. Wiggershaus, 1988, S. 179, 300) bevorzugte. Nicht zuletzt widersprach Horkheimer Adornos Kritik an Fromm, obwohl Adornos Einfluß auf Horkheimer ab 1934 im Wachsen begriffen war.

Im Exil in den USA begann für das Institut für Sozialforschung eine politisch, wirtschaftlich und wissenschaftlich schwierige Zeit, die sicher auch aufgrund der herausragenden Stellung Horkheimers zu persönlichen Rivalitäten und Profilierungsversuchen der anderen Institutsangehörigen führte. Zweifellos hat jedoch auch die schwierige soziale und ökonomische Situation der Exilwissenschaftler dazu beigetragen. Obwohl Horkheimer und Pollock das Stiftungsvermögen des Instituts retten konnten, wurde die Finanzierungsdecke für den wissenschaftlichen Betrieb trotz gastfreundschaftlicher Unterstützung durch den Präsidenten der Columbia Universität, Butler, knapp. Das Trauma jüdisch-intellektueller Existenz blieb bestehen, denn die Aufnahme des Instituts in den USA wurde durchaus auch von einem gewissen Mißtrauen begleitet. Politisch hielten sich die tragenden Instititutsangehörigen auf Horkheimers Wunsch sehr bedeckt. Fromms wirtschaftliche Unabhängigkeit ermöglichte die Newarker Untersuchung über den Einfluß der Arbeitslosigkeit auf die Autoritätsstruktur in der Familie, die er zusammen mit Paul Lazarsfeld und Anna Hartoch verfaßte und aus eigenen Einkünften bestritt (vgl. a. a. O., S. 188f.).

Trotz dieser empirischen Feldstudie verschob sich langsam der Schwerpunkt der Arbeit des Instituts. Waren die 1936 veröffentlichen, von Fromm, Horkheimer und Marcuse verantworteten Studien über Autorität und Familie noch ganz deutlich einem interdisziplinären Ansatz verpflichtet, so gewann in den folgenden Jahren unter dem Einfluß Adornos die Rephilosophierung der Kritischen Gesellschaftstheorie an Boden. Horkheimers Dialektik-Projekt, aus dem später die Dialektik der Aufklärung resultieren sollte, wurde zum Ziel und Zentrum des Instituts. 1937/38 wurde die Situation des Instituts durch finanzielle Schwierigkeiten, Anpassungszwänge und eine gewisse angstbetonte Orientierungslosigkeit Horkheimers brisant. Neumann, Marcuse, Kirchheimer, Gurland, Löwenthal und Pollock suchten Stellen im Staatsdienst, um das Budget zu entlasten. Benjamin, Gumperz, Neumann und Fromm wurde von Pollock mitgeteilt, daß ab 1. Oktober 1939 kein Gehalt mehr bezahlt werden könne. Die Institutsleitung war der Ansicht, daß die Anbindung der Mitarbeiter an das Institut stark genug sei, um diese Belastung zu bestehen, und wollte finanziell unbesorgt das Dialektik-Projekt von Horkheimer und Adorno angehen. Daß diese Taktik bei Fromm nicht so verfing, wie dies bei Pollock, Marcuse und Löwenthal der Fall war, mag folgende Gründe haben: Schon seit einiger Zeit hatte sich Fromm in (neo-) psychoanalytischen Kreisen bewegt, was ihn intellektuell und sozial stärker in die USA integrierte. Seine durch die Bezogenheits- und Mutterrechtstheorie begründete Re-Vision der Psychoanalyse und der Libidotheorie wurde nun von Horkheimer und Marcuse, von Adorno schon vorher, als Common sense-Psychologie, "Verflachung" und "Harmonisierung" abgelehnt (vgl. B. Görlich, 1980, S. 119ff.). Hinzu kam, daß sich Fromm mehrfach brüskiert fühlte: durch die Form der Zahlungseinstellung des Instituts durch die Nicht-Publikation der Arbeiter- und Angestelltenuntersuchung. Außerdem verweigerten ihm Horkheimer und Pollock die finanzielle Unterstützung, als Fromm versuchte, seine Mutter nach der Reichspogromnacht 1938 aus Deutschland herauszubekommen. Er hielt sich damals auf der Schatzalp in Davos auf, um den zweiten Ausbruch seiner Tuberkulose auszukurieren. In dieser Lage war er auf die soziale und ökonomische Hilfe des Instituts angewiesen. Horkheimer lehnte die Stellung einer Kaution telegraphisch mit dem Hinweis ab, daß die Situation aller Institutsangehörigen ähnlich sei. Horkheimers eigene Situation war jedoch im Gegensatz zu dem Telegramm vom 14. Dezember 1938 keineswegs vergleichbar, denn seine eigenen Eltern waren, relativ gut versorgt, in der Schweiz in Sicherheit. Der tiefere Grund von Fromms Ausscheiden aus dem Institut 1939 dürfte aber wohl die persönliche und intellektuelle Animosität zwischen Fromm und Adorno gewesen sein. Zu unvermittelt standen hier Optimismus, psychoanalytische Praxis und die Betonung von Spontaneität und Positivität gegen radikalen Geschichtspessimismus, ästhetische Interessen, Ironie, Negative Dialektik und Kritik.

1939 wurde Fromm von seinem lebenslangen Vertrag durch eine Entschädigung entbunden. Die Kontakte zum Institut für Sozialforschung lösten sich weitgehend. Dennoch förderte sein Ausscheiden die Entwicklung Fromms, der mit Die Furcht vor der Freiheit (1941a, GA I, S. 215-392) in den USA Anerkennung fand. Ähnlich verliefen die Karrieren von Löwenthal, Marcuse und Neumann, die jedoch der Frankfurter Schule näher verbunden blieben. Durch Fromms Trennung veränderten sich die Arbeitsschwerpunkte der Frankfurter Schule, wenn auch die späteren Kontroversen um die Kulturismusdiskussion (Adorno, Marcuse) mehr Gemeinsames zutage förderten, als es den Kontrahenten bewußt war, weil Differenzen höher bewertet wurden als die großen Gemeinsamkeiten. Daß man den Konflikt personalisierte, anstatt ihn wissenschaftlich auszutragen (vgl. R. Funk, 1980, S. XXI), führte zum inneren und äußeren Wandel. Das Restinstitut zog an die Westküste und bewältigte verschiedene Projekte bezüglich des Nationalsozialismus, des Antisemitismus und der Dialektik der Aufklärung. Die Studien zum autoritären Charakter wurden nun mit orthodox-freudianischen Mitarbeitern (Sanford, Frenkel-Brunswik, Levinson) durchgeführt. Horkheimer, Adorno und Pollock kehrten nach dem Zweiten Weltkrieg (1949) nach Deutschland zurück.

Fromm hingegen nahm 1940 die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Verschiedene Hochschullehrertätigkeiten an der Columbia University, in Vermont (1941-50) und an der Yale University (1948/49) hielten ihn in den USA. Zum ersten Höhepunkt wurde Die Furcht vor der Freiheit(1941a), das Buch, das er noch im Diskussionszusammenhang mit dem Institut für Sozialforschung 1936-40 erarbeitet hatte. Hier bezog Fromm deutlich Position gegen den Nationalsozialismus. Der autoritäre Gesellschafts-Charakter zeigte für ihn als Folge des ungelebten Lebens verschiedene kennzeichnende Fluchttendenzen: Sadismus, Masochismus, Konformismus und Destruktivität. Die Kritik an gesellschaftlichen Mißständen führte Fromm zur Bedingungsanalyse von spontan-tätiger Freiheit. Er wurde in den USA bekannt und bestätigte damit seine psychoanalytische Revision. Im Vergleich zu den anderen "Neo-Freudianern" wie Karen Horney, Harry Stack Sullivan und Clara Thompson war Fromms Position jedoch bedeutend gesellschaftskritischer, was seine Kritiker häufig übersahen.

Nach Streitigkeiten innerhalb der psychoanalytischen Gesellschaften in den USA um libidotheoretische Fragen und Probleme der "Laienanalyse", womit alle Nichtmediziner, aber auch Fromm gemeint waren, gründeten Harry Stack Sullivan, Erich Fromm, Frieda Fromm-Reichmann, Clara Thompson sowie David und Janet Rioch 1946 in New York das William Alanson White Institut. 1946 bis 1950 führte Fromm den Vorsitz dieses Instituts, das es sich zur Aufgabe gemacht hatte, psychoanalytische Kompetenzen an Angehörige sozialer Berufe zu vermitteln. Fromm ließ den Kontakt nie abbrechen, auch als er später nach Mexiko umsiedelte (vgl. R. Funk, 1983, S. 105f.).

    Neben seiner psychoanalytischen theoretischen und praktischen Arbeit, widmete sich Fromm 1947 bis 1950 verstärkt ethischen und religiösen Themen unter humanistischen Aspekten. So erschienen 1947 Psychoanalyse und Ethik (GA II, S. 1-157) und 1950, als Resultat seiner Vorlesungen an der Yale Universität, wo er 1948/49 Terry Lecturer war, das Buch Psychoanalyse und Religion (GA VI, S. 227, 292). Fortgeführt wurden diese Gedanken unter dem Eindruck von Daisetz Teitaro Suzuki 1960 mit Zen-Buddhismus und Psychoanalyse (GA VI, S. 301-356) und 1966 Ihr werdet sein wie Gott (GA VI, S. 83-226).

Die Hinwendung zur Religiosität mag mit seiner religiösen Sozialisation und dem Erschrecken über den bloßen Sieg der Waffen, nicht dem der erhofften Moral 1945 zu tun haben. Fromm versuchte, angesichts des Antikommunismus in den USA und der faktischen Rehabilitierung der ehemaligen Nazis in Deutschland, Zen mit Talmud und christlicher Mystik zu versöhnen, doch ging es ihm nicht um einen irrationalen Rückzug aufs Mythisch-Religiöse. Vielmehr ging es ihm in seiner radikalen Analyse darum, Unbewußtes mit Gesellschaftspolitischem in eine Synthese zu bringen (vgl. G. Knapp, 1982, S. 92f.).

Um die Spätfolgen der Flucht Henny Gurlands vor den Nazis, eine starke rheumatische Arthrose, zu lindern, zogen die Fromms 1949 nach Mexiko. Dort wurde Fromm 1951 an der Staatsuniversität außerplanmäßiger Professor für Psychoanalyse. Die Distanz der Mexikaner zum American way of life, dessen Negativfolgen für die Dritte Welt, die Brückenstellung Mexikos zu Südamerika, verbunden mit der Möglichkeit, Neuland unter den Pflug zu nehmen, beeindruckten Fromm derart, daß er begann, die Psychoanalytikerausbildung in Mexiko aufzubauen. Er wirkte als Lehranalytiker, Seminarleiter und Kontrollanalytiker. Gleichzeitig verbrachte er mehrere Monate im Jahr in den USA, um seine dortigen Verpflichtungen wahrzunehmen. Als Henny Gurland 1952 starb, war Fromms Erschütterung so groß, daß er über sie, wie später über seine Mutter, die 1959 in New York starb, kaum sprach. Es scheint fast, als hätte die tiefe Betroffenheit über den Verlust der beiden nahestehenden Menschen eine Art Amnesie zur Folge gehabt (vgl. R. Funk, 1983, S. 110).

Die Distanz zu den USA war für Fromm wichtig, um Wege aus der kranken Gesellschaft (1955a, GA IV, S. 1-254) zu erarbeiten. Sein intensives gesellschaftspolitisches Engagement gründete in der Überzeugung, daß der Kapitalismus ein krankmachendes System sei, dessen Überwindung ein aufgeklärter Humanismus leisten könne. Humanistische Werte konnten seiner Meinung nach einer gesellschaftlichen Fundamentaldemokratisierung die Grundlage bieten. Ebenfalls 1955 wurde Fromm Mitglied der American Socialist Party, deren Programm er mitentwarf (E. Fromm, 1960b, GA V, S. 19-41) ; auch engagierte er sich in der amerikanischen Friedensbewegung SANE. Stellungnahmen gegen den Vietnamkrieg und für eine einseitige Abrüstung zum Abbau des Kalten Krieges untermauerten seinen politischen Anspruch.

Die 1956 erschienene Kunst des Liebens (GA IX, S. 437-518) kann ohne diese gesellschaftspolitischen Aspekte nicht angemessen verstanden werden, obwohl Fromm hier sicher auch eigene Erfahrungen reflektierte: 1953 heiratete er Annis Freeman (geb. Grover) und zog mit ihr 1956 nach Cuernavaca in die Nähe von Mexico City. Hier in Cuernavaca setzte sich From in der Folge der Freundschaft mit Ivan Illich und Paulo Freire auch mit pädagogischen Problemen auseinander (vgl. E. Fromm, M. Maccoby, 1970b, GA III, S. 458ff.). Hier fand auch das Symposium zum Zen-Buddhismus mit Daisetz T. Suzuki (1957) statt, von dem Fromm sich zeitlebens beeindruckt zeigte. Die "X-Erfahrung" verband für ihn die humanistischen Religionen, wobei die nicht-theistische Mystik des Buddhismus für ihn nun alle Vorzüge des Judentums und des Christentums vereinigte.

Mit der Gründung der psychoanalytischen Gesellschaft in Mexiko (1956) und der Kooperation mit der Medizinischen Fakultät (1960), in der die Studienordnung im Sinne der humanistischen Psychoanalyse festgeschrieben werden konnte, sowie der Eröffnung des Mexikanischen Psychoanalytischen Institutes (1963) war es Fromm gelungen, seine humanistische Revision der Psychoanalyse zu institutionalisieren. Die Feldstudie Über den Gesellschafts-Charakter eines mexikanischen Dorfes (1970b, GA III, S. 231-540), die er mit Michael Maccoby durchführte, bewies die empirische und gesellschaftliche Bedeutung der Analytischen Sozialpsychologie. Zu diesem Zeitpunkt war seine theoretische Auseinandersetzung mit Freud (E. Fromm, 1959a, 1979a, GA VIII, S. 153-221, 259-362) größtenteils zu einem gewissen Abschluß gekommen. Bei den Vorarbeiten zum (geplanten) Symposium über den sozialistischen Humanismus (1965) mit Bloch, Russell, Marcuse, Schaff und den Praxis-Theoretikern in Korcula (Jugoslawien) wurde Marx für ihn erneut wesentlich, vor allem sein Menschenbild. Allerdings wird hier auch Fromms selektive Rezeption des Marxismus deutlich, da er sich schwerpunktmäßig auf die Frühschriften stützt.

Sein gesellschaftspolitisches Engagement, z. B. für die Präsidentschaftskandidatur des Demokraten Eugene McCarthy 1968, wurde durch den ersten Herzinfarkt gestoppt. Fromm mußte aus gesundheitlichen Gründen ins Tessin übersiedeln, nachdem er 1967, nach der Emeritierung, seinen Schülern die Fortführung seines Werkes in Mexiko anvertraut hatte. So konnte sich Fromm von 1967 bis 1973 ganz auf sein wohl bedeutendstes Werk, Die Anatomie der menschlichen Destruktivität (GA VIII) konzentrieren, das zu Recht als eine "epochale Leistung" bezeichnet worden ist (vgl. G. Knapp, 1982, S. 70). Er macht darin deutlich, daß der kybernetische, entfremdete Mensch der Industriegesellschaft als Folge des ungelebten Lebens die charakterologisch erklärbare Leidenschaft entwickelt, Lebendiges in Lebloses zu verwandeln. Diesen Umschlag von lebensfördernder Tätigkeit in nekrophile Zerstörungslust zeigt Fromm an den Biographien Himmlers, Hitlers und Stalins auf. Geschichtsphilosophische Überlegungen zeigen, daß Destruktivität ein grundlegendes soziales und zivilisatorisches Problem darstellt, das als eine ethische Herausforderung für die Gesellschaft und das

Ab 1974 lebte Fromm ständig in Locarno-Muralto. Hier arbeitete er an seiner Untersuchung Haben und Sein (1976a, GA II, S. 269-494), die zwei widerstrebende Existenzweisen exemplarisch gegeneinanderstellt. Sein radikaler Humanismus verband ihn hier mit Albert Schweitzer, Bertrand Russell, Ernst Bloch und anderen. Fromm forderte auf zur inneren Revolution im Zusammenhang mit einer sozioökonomischen Demokratisierung. Seine Revolution der Hoffnung bleibt nicht bei zivilisationspessimistischen Glasperlenspielen stehen, sondern versucht vor dem Hintergrund eines grundsätzlichen Optimismus die Konsequenzen von zwei Grundprinzipien der menschlichen Existenz zu zeigen: Es gibt reale Hoffnungen, sie können aber auch durch Barbarei zunichte gemacht werden. Aus diesem Grund sind nur die Umrisse seines Weges zu einer humanitären Utopie sichtbar.

1977 traf ihn der zweite Herzinfarkt, der ihn zu Kuraufenthalten in den Schwarzwald, nach Hinterzarten und Baden-Baden zwang. Seine Gedanken konnte Fromm aufgrund seiner angegriffenen Gesundheit fast nur noch in Interviews in seiner alten Heimat Deutschland verbreiten (vgl. A. Reif, 1978; H. J. Schultz, 1983). Er wird mit Ehrungen überhäuft, wird Ehrenbürger der Gemeinde Muralto (1979). Den Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund mußte im gleichen Jahr freilich schon Fromms ehemaliger Assistent, Rainer Funk, für ihn entgegennehmen. Die posthum verliehene Goethe-Plakette seiner Geburtsstadt Frankfurt nahm Annis Fromm 1981 für ihren verstorbenen Mann entgegen.

Seine letzte theoretisch-bilanzierende Auseinandersetzung mit der Psychoanalyse Sigmund Freuds Psychoanalyse - Größe und Grenzen (1979a, GA VIII, S. 259-362) hatte seine letzten Kräfte aufgebraucht. Der Tod trat in der Nacht zum 18. März 1980 durch einen weiteren Herzinfarkt ein. Im letzten Interview vor seinem Tod 1980 hatte Fromm gegenüber der Illustrierten Stern die Hoffnung geäußert, "daß die Menschen ihre Leiden erkennen mögen: den Mangel an Liebe."

Anmerkung:

1 Dieser Beitrag enthält eine überarbeitete Fassung des 2. Kapitels aus: H. Wehr, Erich Fromm zur Einführung. Hamburg (Junius Verlag) 1990. - Erstveröffentlichung im Jahrbuch der Internationalen Erich-Fromm-Gesellschaft, Band 2 1991: Erich Fromm and die Kritische Theorie, Münster: LIT-Verlag, 1991, S. 6-19..

    Literaturnachweise:

Fromm, E.: Erich-Fromm-Gesamtausgabe (GA), herausgegeben von Rainer Funk, 10 Bde, Stuttgart (Deutsche Verlagsanstalt) 1980/81 bzw. München (Deutscher Taschenbuch-Verlag) 1989.

- 1922: Das jüdische Gesetz. Zur Soziologie des Diasporajudentums (Schriften aus dem Nachlaß, Bd. 2), Weinheim-Basel 1989 (Beltz Verlag).

- 1930a: Die Entwicklung des Christusdogmas. Eine psychoanalytische Studie zur sozialpsychologischen Funktion der Religion, GA VI, S. 11-68.

- 1932a: Über Methode und Aufgabe einer Analytischen Sozialpsychologie. Bemerkungen über Psychoanalyse und Historischen Materialismus, GA I, S. 37-57.

- 1941a: Die Furcht vor der Freiheit (Escape from Freedom), GA I, S. 217-392.

- 1947a: Psychoanalyse und Ethik (Man for Himself), GA II, S. 1-157.

- 1950a: Psychoanalyse und Religion (Psychoanalysis and Religion), GA VI, S. 227-292.

- 1955a: Wege aus einer kranken Gesellschaft (The Sane Society), GA IV, S. 1-254.

- 1956a: Die Kunst des Liebens (The Art of Loving), GA IX, S. 439-518.

- 1959a: Sigmund Freud. Seine Persönlichkeit und seine Wirkung. (Sigmund Freud's Mission.), GA VIII, S. 153-221.

- 1960a: Psychoanalyse und Zen-Buddhismus (Psychoanalysis and Zen-Buddhism), GA VI, S. 301-356.

- 1960b: Den Vorrang hat der Mensch!. Ein sozialistisches Manifest und Programm. (Let Man Prevail! A Socialist Manifesto and Program), GA V, S. 19-41.

- 1960c: "Gründe für eine einseitige Abrüstung" (The Case for Unilateral Disarmament), GA V, S. 213-224.

- 1966a: Ihr werdet sein wie Gott. Eine radikale Interpretation des Alten Testaments und seiner Tradition (You Shall Be as Gods), GA VI, S.83-226.

- 1968a: Die Revolution der Hoffnung. Für eine Humanisierung der Technik (The Revolution of Hope), GA IV, S. 255-377.

-, Maccoby, M., 1970b: Psychoanalytische Charakterologie in Theorie und Praxis. Der Gesellschafts-Charakter eines mexikanischen Dorfes (Social Character in a Mexican Village), GA III, S. 231-540.

- 1973a: Anatomie der menschlichen Destruktivität (The Anatomy of Human Destructiveness), GA VII.

- 1976a: Haben oder Sein. Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft (To Have or to Be?), GA II, S. 269-414.

- 1979a: Sigmund Freuds Psychoanalyse - Größe und Grenzen (Greatness and Limitations of Freud's Thought), GA VIII, S. 259- 362.

Funk, R., 1980: "Zu Leben und Werk Erich Fromms". Einleitung des Herausgebers zu: Erich Fromm Gesamtausgabe, Bd. I, S. VII-XLVIII.

- 1983: Erich Fromm. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten, Reinbek 1983.

Fuld, W., 1981: Walter Benjamin, Frankfurt am Main, 1981.

Gente, H.-P. (Hrsg.), 1970: Marxismus - Psychoanalyse - Sexpol, 2 Bde, Frankfurt am Main, 1970/72.

Görlich, B., Lorenzer, A., Schmidt, A., 1980: Der Stachel Freud. Beiträge und Dokumente zur Kulturismus-Kritik, hrsg. v. B. Görlich, Frankfurt am Main, 1980.

Jay, M., 1981: Dialektische Phantasie. Die Geschichte der Frankfurter Schule und des Instituts für Sozialforschung 1923-1950, Frankfurt am Main, 1981.

Knapp, G. P., 1982: Erich Fromm, Berlin 1982.

Reif, A. (Hrsg.), 1978: Erich Fromm. Materialien zu seinem Werk, Wien - München - Zürich 1978.

Schultz, H.J. (Hrsg.), 1983: Erich Fromm: Über die Liebe zum Leben. Rundfunksendungen, München 1983.

Wiggershaus, R, 1988: Die Frankfurter Schule. Geschichte - Theoretische Entwicklung - Politische Bedeutung, München 1988.


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