Friedrich II., der Große

Friedrich [2] der Große

"In meinem Staate kann jeder nach seiner Fasson selig werden".

Neben dem römischen Kaiser Marc Aurel war er wohl die vollkommendste Verkörperung des platonischen Ideals vom Staatslenker : Friedrich II., König in (seit 1772 von) Preußen, der als "der Große" oder, wie ihn seine Untertanen wegen seiner Fürsorglichkeit gern nanten, "der alte Fritz", in die Geschichte einging.

Als der 28jährige, geboren am 24. Januar 1712 in Berlin, 1740 an die Macht kam, war sein Staat wohlbestellt. Der Vater, Friedrich Wilhelm I., hatte die Staatsfinanzen mit harter Hand saniert, aber ebenso rücksichtslos versucht, aus dem Sohn einen "ganzen Kerl" zu machen. Der musisch begabte, sensible Kronprinz war darüber schier verzweifelt und hatte 1730 zu fliehen versucht.

Das vom König geforderte Todesurteil wurde zwar nicht ausgesprochen, doch mußte Friedrich die Hinrichtung seines Freundes und Fluchtgefährten Katte mitansehen. Schwächere Naturen hätte solch barbarische "Pädagogik" gebrochen. Friedrich wuchs daran und entwickelte die Härte, die er in den ersten Regierungsjahren bitter nötig hatte.

Des Vaters schlagkräftiges Heer nutzte er noch 1740 zur Annexion Schlesiens, das er in drei Kriegen behauptete. Der letzte, der Siebenjährige Krieg 1756-63 führte Preußen an den Rand des Untergangs, den König aber auf den Gipfel des Ruhms, nachdem er sich in glänzenden Siegen (Roßbach und Leuthen 1757) und trotz verheerenden Niederlagen (Kolin 1757, Kunerstorf 1759) gegen eine erdrückende Übermacht fast aller europäischen Großmächte hatte halten können.

1772 gewann er durch die erste polnische Teilung zudem Westpreußen und konnte sein so abgerundetes Herrschaftsgebiet dank energischem Ausbau der Infrastruktur zu einem blühenden Gemeinwesen entwickeln. Der "Philosoph von Sanssouci", so genannt wegen seines Schlosses in Potsdam und der dort um ihn gescharten Runde von Gelehrten, darunter der große französische Denker Voltaire, verstand sich als "erster Diener" des Staates und befreite aus dieser aufklärerischen Haltung heraus Künste, Wissenschaft und Presse von den absolutistischen Fesseln.

Friedrich war mit Elisabeth von Braunschweig-Bevern verheiratet, lebte aber fast immer getrennt von ihr. Der kinderlose Monarch vereinsamte im Alter und sah mit Sorge die Entwicklung seines Neffen und Nachfolgers Friedrich Wilhelm II. Am 17. August 1786 starb Friedrich der Große in Potsdam.


 | www.zottel.org | Zurück | Drucken | Mail |