Sah den Menschen zwischen Steinen und Gott.
Der italienische Humanist, am 24. Februar 1463 in Mirandola geboren, lehrte nach theologischen wie philosophischen Studien in Bologna, Padua und Paris, bis zu seinem Tod am 17. November 1494 an der 1459 gegründeten "Accademia Platonica" in Florenz. Er verschmolz Platon, Aristoteles, neuplatonische (Marsiglio Ficino), mythische und kabbalistische Elemente in 900 Thesen, die er von europäischen Gelehrten diskutieren lassen wollte (1486). Die Disputation wurde von Papst Innozenz VIII. (anders als die Abfassung) verwehrt und Pico wegen Ketzerei exkommuniziert und gebannt. Er ging für einige Zeit nach Frankreich ins Exil und verfaßte dort eine Rechtfertigungsschrift, den "Heptaplus" (1489).
Picos Weltenlehre unterscheidet die überhimmlische Welt mit Gott als Zentrum, umkreist von neun Engelsordnungen, von der himmlischen mit dem Lichtkreis als Mittelpunkt und von der irdischen Welt mit der Materie, den leblosen Dingen und dem Vegetativen. In letztere ist der Mensch zwar eingebunden, hat aber auch im Himmlischen und Engelhaften Anteil und durch seinen Lichtgeist freie Wahl seiner Ausrichtung.
Bindeglied des vollkommenen und unbegreiflichen Gottes mit dem Menschen bleibt der Gottessohn. Im Jahr vor seinem Tod sprach ihn Papst Alexander VI. von jeder Häresie frei.