Martin Luther King

Martin Luther King

Martin Luther, benannt nach dem Reformator Martin Luther, war wie sein Vater Pfarrer der Baptistengemeinde, schon mit 17 Jahren wurde er geweiht, Nach dem Abschluß am theologischen College 1951 studierte er an der Universität von Boston. Er lernte das Wirken von Mahatma Gandhi kennen, dessen Lehren zum Kern seiner eigenen Philosophie des gewaltlosen Widerstandes werden sollten. Nach der Heirat 1953 wurde King Pastor einer Baptistenkirche in Montgomery im Bundesstaat Alabama.

1954 verurteilte der Oberste Gerichtshof der USA die Rassentrennung an öffentlichen Schulen als gesetzeswidrig. Diese Entscheidung hatte Auswirkungen auch auf andere Bereiche des öffentlichen Lebens. 1955 wurde King zum Anführer eines Boykotts der Schwarzen gegen die Omnibusse in Montgomery; Anlass hierfür war die Festnahme von Rosa Parks, einer Schwarzen, die sich geweigert hatte, einem weißen Fahrgast ihren Sitzplatz zu überlassen. Im Laufe der 381 Tage dauernden Aktion wurde King festgenommen und inhaftiert, sein Haus wurde in die Luft gesprengt, er bekam mehrere Morddrohungen. Aber der Boykott endete 1956 erfolgreich mit einem Erlass des Obersten Gerichtshofes, der jegliche Art von Rassentrennung in öffentlichen Verkehrsmitteln der Stadt für gesetzwidrig erklärte. King ging aus dieser Aktion als hoch angesehener Führer der Schwarzen hervor. Schwarze Kirchenmänner aus dem ganzen Süden der USA organisierten in Reaktion auf den Erfolg des Boykotts in Montgomery die "Southern Christian Leadership Conference" (SCLC), eine Versammlung der christlichen Schwarzenführer der Südstaaten, King wurde der Präsident.

1959 reiste King nach Indien, um Gandhis Prinzip des "Satyagraha", des gewaltlosen Widerstandes, besser kennen zu lernen. 1960 Jahr gab er seine Stelle als Pastor in Montgomery auf und wurde Kopastor seines Vaters an der Ebenerer Baptist Church in Atlanta; nun hatte er Zeit, noch effizienter in der Führung der Bürgerrechtsbewegung mitzuarbeiten. Damals vollzog sich innerhalb der schwarzen Bewegung ein radikaler Wende: Waren bislang Rechtsmittel und das Streben nach Versöhnung die Grundlagen, wurde nun der Wandel „by any means possible", "mit allen möglichen Mitteln", gefordert. Differenzen zwischen der SCLC und anderen Gruppen wurden unausweichlich. Kings hohes Prestige führte dazu, dass die Gewaltlosigkeit trotz vieler anderer Tendenzen doch der offizielle Weg des Widerstandes blieb.

1963 führte King eine große Bürgerrechtskampagne in Birmingham in Alabama an. Er organisierte im ganzen Süden der USA Aktionen für die Registrierung Schwarzer in die Wählerlisten, gegen Rassentrennung und für bessere Schulbildung und Wohnungen. Während dieser Aktionen wurde er mehrfach inhaftiert. Beim historischen Marsch auf Washington am 28. August 1963 hielt er seine berühmte Rede "I Have a Dream", "Ich habe einen Traum". 1964 bekam er als Wortführer der gewaltlosen Rassenintegration den Friedensnobelpreis.

Trotz weltweiter Anerkennung und moralischer und politischer Unterstützung im Norden der USA taten auch die Verantwortlichen im Norden wenig, um Rassentrennung abzuschaffen. Zudem vergiftete der Vietnamkrieg die Atmosphäre zunehmend, lokale Probleme wurden in den Hintergrund gedrängt. Kings Gewaltlosigkeit wurde auf harte Proben gestellt: in Chicago, wo er seine erste größere Kampagne im Norden abhielt, stellten sich ihm schwarze Baptisten öffentlich entgegen. Uniformierte Neonazis und Mitglieder des Ku-Klux-Klans setzten weiße bewaffnete Schlägertrupps in Marsch, Überfälle auf Schwarze mehrten sich.

King kümmerte sich immer intensiver auch um den Vietnamkrieg, tat sich mit der Antikriegsbewegung und deren weißer Führung zusammen. Diese Konzentration auf den Vietnamkrieg sowie seine Absicht, einen "Poor People's March", einen Marsch armer Leute aller Rassen auf Washington anzuführen, gefährdeten seine Führungsposition. Hinzu kamen durch Stress bedingte gesundheitliche Probleme; in seinen Reden spielte er nun immer wieder auf seinen Tod an. Am 3. April 1968 sagte er in Anspielung auf == Mose, er habe "das Gelobte Land gesehen". Einen Tag später wurde er erschossen.

Hunderttausende Menschen kamen zu seiner Beerdigung in Atlanta. Ein weißer entflohener Häftling, James Earl Ray, wurde wegen des Mordes festgenommen, er erklärte sich schuldig und wurde zu 99 Jahren Gefängnis verurteilt.

1983 wurde der dritte Montag im Januar zu Ehren Martin Luther Kings zum Nationalfeiertag in den USA erklärt; sein Geburtshaus und sein Grab in Atlanta gehören zu den nationalen Denkmälern.


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