Dr. Martin Luther King, Jr wurde am 15. Januar 1929 in Atlanta, Georgia
geboren. Er war der
älteste Sohn von Martin Luther King, Senior (1899-1984),
einen baptistischen Priester, und
Alberta Williams King (1904-74). Als er 15
Jahre alt war trat er ins Morehouse College ein und
wurde mit nur 17 Jahren
zum Baptisten-Priester geweiht.
Nachdem er 1951 als Klassen-Präsident seinen
Abschluss am "Crozer Theological Seminary"
machte, arbeitete er als
Graduierter weiter an der Universität von Boston.
Durch Martin Luther
King's Nachforschungen in Crozer und Boston, kam er mit den Werken
des
indischen Nationalisten und Freiheitskämpfers Mohandas K. Gandhi in
Berührung, dessen Ideen
des gewaltfreien Widerstandes und Protestes er
übernahm.
Während seiner Zeit in Boston lernte er Coretta Scott aus
Marion, Alabama kennen.
Die beiden heirateten im Juni 1953 und im darauf
folgenden Jahr nahm King die Ernennung als
Pastor der "Dexter Avenue Baptist
Church" in Montgomery, Alabama an.
1953 erließ der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten ein Gesetz,
nachdem die
Rassentrennung an Schulen als ungesetzlich anerkannt wurde und
als Reaktion darauf kam es
in den getrennten Südstaaten zu einer Bestreikung
der öffentlichen Einrichtungen.
In Montgomery organisierte Martin Luther
King einen Bus Boykott (1955-56) um entschieden
gegen die Rassentrennung in
öffentlichen Verkehrsmitteln zu demonstrieren. Während dieser
Aktion, die 381
Tage andauerte, wurde er verhaftet und ins Gefängnis geworfen, sein Haus
fiel
einem Bombenattentat zum Opfer und sein Leben und das seiner Familie
wurde mehrmals
bedroht.
Der Boykott endete damit, daß das Bundesgericht
beschloss, Rassentrennung in öffentlichen
Verkehrsmitteln der Stadt zu
verbieten. Ein Erfolg !
Der Montgomery Bus Boykott war ein strahlender
Sieg für die Unterstützer des gewaltfreien
Protests und Martin Luther King
stieg zum höchst respektierten Anführer dieser Bewegung auf.
In Gedenken
daran gründeten schwarze Geistliche aus dem gesamten Süden der USA
die
"Southern Christian Leadership Conference" (SCLC), mit Martin Luther King
als ihrem
Präsidenten.
Bei einem Besuch in Indien 1959 konnte Martin Luther King sein Verständnis
für die Saygraha,
Gandhi's Lehre des gewaltlosen Widerstandes, welche er in
erster Linie für seinen Protest über
die sozialen Zustände einsetzte, zu
verbessern.
Im nächsten Jahr hängte er seine Pastorenstelle in Montgomery
an den Nagel um sich mit
seinem Vater ein Pastorat in der "Ebenezer Baptist
Church" in Atlanta zu teilen. Dieser
strategisch kluge Schachzug ermöglichte
es ihm effektiver an der Führung der
Bürgerrechtsbewegung
teilzunehmen.
Zu dieser Zeit wurde die schwarze Führung radikalen
Änderungen unterworfen. Im Gegensatz
zur Vergangenheit, in der man sich auf
Verhandlungen und Einigungen stützte, wurden die
Reformen jetzt mit "allen
möglichen Mitteln" gefordert.
Unterschiede der Grundeinstellung und
Rechtslage zwischen der SCLC und anderen
Organisationen waren fast
unvermeidlich. Es war Martin Luther Kings Engagement und Autorität
zu
verdanken, das der gewaltlose Widerstand noch immer die offizielle Weise des
Protests war,
obwohl er nicht unbedingt sehr beliebt war.
1963 leitete
Martin Luther King eine grosse Bürgerrechts-Kampagne in Birmingham, Alabama,
in
der sich die Menschen für das Wahlrecht der schwarzen Amerikaner, die
Beendigung der
Rassentrennung , eine bessere Schulausbildung und bessere
Wohnverhältnisse im Süden
einsetzten.
Während diesen gewaltlosen
Protesten wurde King einige Male verhaftet und ins
Gefängnis
geworfen.
1964 wurde Martin Luther King Jr der
Friedens-Nobelpreis für seine Arbeit in der
Bürgerrechtsbewegung
verliehen.
Am 28. August 1963 sollte ein weiterer Höhepunkt in der Lebensgeschichte
Martin Luther Kings
und der Bürgerrechtsbewegung stattfinden : der "Marsch
auf Washington". Etwas ähnliches
hatte bis dato niemals zuvor stattgefunden :
200.000 Schwarze und Weiße marschierten
gemeinsam in die Bundeshauptstadt
ein, um vor dem "Lincoln Memorial", einem Denkmal
Abraham Lincolns, zu
demonstrieren.
Bei der folgenden Kundgebung sprachen mehrere Redner. Für
die National Association for the
Advancement of Colored People (NAACP) sprach
Roy Wilkins, für die schwarzen
Gewerkschafter sprach A. Philip Randolph und
für das Student Nonviolent Coordinating
Committee ("Snick") John
Lewis.
Den größte Eindruck jedoch hinterließ Dr. Martin Luther King. Im
Time Magazine wurde King
zum "Mann des Jahres" erklärt und es war zu lesen
:
"Nach 1963 wird der Neger dank der Hilfe Martin Luther King Jr. nie wieder
sein, wo er vorher
war."
Was sicherlich jedem am stärksten in
Erinnerung blieb, war Martin Luther Kings berühmte Rede
"I have a
dream"
"Jetzt ist der Zeitpunkt da, an den die Grundsätze der Demokratie
zur lebendigen Wirklichkeit
werden ... Es wird weder Ruhe noch Rast in
Amerika geben, bis dem Neger die vollen
bürgerlichen Rechte anerkannt werden.
Die Stürme des Aufruhrs werden die Grundfesten
unseres Volkes erschüttern,
bis der helle Tag der Gerechtigkeit anbricht. Und das muß ich
meinem Volk
sagen, das an der Schwelle der Tür steht, die in das Haus der
Gerechtigkeit
führt : Bei alledem, was wir tun, um den Platz zu gewinnen, der
uns zusteht, dürfen wir uns
keiner Handlung des Unrechts schuldig machen
...
Der wunderbare neue kämpferische Geist, der die Gemeinschaft der Neger
erfaßt hat, darf
uns nicht dazu führen allen Weißen zu mißtrauen. Viele
unserer weißen Brüder - und das
beweist ihre Anwesenheit heute in unserer
Mitte - sind zu der Einsicht gekommen, daß ihre
Zukunft mit der unseren
untrennbar verbunden ist ...
Und jetzt sage ich euch, meine Freunde, im
Angesicht all der Schwierigkeiten von heute und
morgen, daß ich trotz allem
einen Traum mit mir trage. Es ist ein Traum, der tief verwurzelt
ist im Traum
ganz Amerikas. Ich habe einen Traum, der mir sagt, das eines Tages
diese
Nation aufwachen wird und ihr Bekenntnis lebendig erfüllen wird,das da
sagt : 'Wir glauben,
das diese Wahrheiten für sich selbst sprechen : das alle
Menschen gleich geschaffen sind.' Ich
habe einen Traum, daß eines Tages auf
den roten Hügeln von Georgia, daß eines Tages die
Söhne der früheren Sklaven
und die Söhne der früheren Sklavenhalter zusammensitzen an
einem Tisch der
Brüderlichkeit. Ich habe einen Traum, daß eines Tages sogar der
Staat
Mississippi, in dem Ungerechtigkeit schwelt und ihr Wesen treibt mit
dem Feuer der
Unterdrückung, sich in eine Oase der Freiheit und Gerechtigkeit
verwandeln wird. Ich habe
einen Traum, daß eines Tages meine vier kleinen
Kinder in einem Volk leben werden, in dem
man sie nicht nach der Farbe ihrer
Haut, sondern nach ihrem Charakter behandeln wird. Das
ist mein Glaube. Das
ist unsere Hoffnung. Das ist mein Glaube, das ich zurückgehen werde in
den
Süden, mit - ja, mit diesem Glauben, daß wir den Berg der Verzweiflung
verwandeln
können in einen Felsen der Hoffnung."
Nach einiger Zeit wurde Martin Luther King auf die vielfältigen Formen der
Gewalt aufmerksam.
Einige davon waren, wie er dachte, die Schuld der Politik
und sollte mit dem Marsch nach
Washington verdeutlicht werden. King glaubte
der Krieg in Vietnam würde auch seinen Teil
dazu beitragen, dass die
Atmosphäre in den USA selbst vergiftet werde und somit die Basis für
eine
humane Lösung für die Rassen- Problematik zerstört werde.
Dr. Kings
Einstellungen und Strategien in Bezug auf die Lösung der Rassenkonflikte
wurden
vielerseits kritisiert. In Chicago, wo seine erste Kampagne im Norden
startete wurde er von den
örtlichen schwarzen Baptisten öffentlich
attackiert. Auch hier trafen seine Anhänger auf
gewalttätige, mit
Schlagstöcken bewaffnet Gruppen Weißer, die von uniformierten Neo-Nazis
und
Mitgliedern des Ku Klux Klan geführt wurden. Folge des Krieges in Vietnam
hielten viele
schwarze Amerikaner die Zeit für gekommen, ihren eigenen
Problemen in der amerikanischen
Gesellschaft durch die schwarzen Führer Gehör
zu verschaffen und die Ungerechtigkeit im
eigenen Land zu
bekämpfen.
Gegen Anfang des Jahres 1967 wurde Martin Luther King jr.
nichtsdestotrotz Mitglied und
Mitverantwortlicher bei der
Anti-Kriegs-Bewegung und seiner weißen Führung.
Martin Luther Kings Meinungen über Vietnam und sein fester Willen einen
"Marsch der Armen
nach Washington" zu leiten machten ihm viele Feinde, vor
allem natürlich unter der weißen
Bevölkerung.
Er war ausgelaugt vor
Streß und in seinen Reden ließ er oft seinen möglichen baldigen
Tod
anklingen. Wie er in einer Rede am 3. April 1968 sagte : "Ich war auf dem
Gipfel des Berges und
sah das verheißene Land" ("I've been to the mountain
top and seen the Promised Land").
Am nächsten Tag wurde Dr.Martin Luther
King von einem weißen Attentäter in Memphis,
Tennessee erschossen.
Einige
100.000 Menschen nahmen an seiner Beerdigung in
Atlanta teil.
Seit
1986 ist der dritte Montag im Monat Januar
amerikanischer Nationalfeiertag
zum Gedenken an den
Geburtstag von Martin Luther King, jr.