Zu Valentin Wembers Buch "Der Wille zur Freiheit", Philosophie für Jugendliche

(eine Metapherreiche Kurzversion von R. Steiners "Die Philosophie der Freiheit")

In "Der Wille zur Freiheit" von V. Wember wird ein Weg oder Stufenplan aufgezeigt um der Freiheit näher zu kommen. Dafür sollen die 5 Übungen Steiners am Ende des Buches Anstoß geben. Doch bei näherem Betrachten viel mir auf, das alle diese Übungen im Grunde dazu dienen, den eigenen Körper sowie um das eigene Denken besser zu kontrollieren und zu lenken. Dies sind meiner Meinung nach Übungen zur Verfließung der Grenzen zwischen Geist und Körper, zur weiteren Verschmelzung von Geist und Körper. Diese Übungen sind zur Beherrschung des eigenen Körpers auf jeden Fall geeignet, jedoch nicht als "Weg zur Freiheit". Diese Übungen haben zwar "befreienden" Charakter, die Überwindung innerer Barrieren zum Beispiel, stellen aber meiner Ansicht nach nicht einen Weg zur Freiheit dar. Sie stellen einen Weg zum Ideal des nietzschen Übermenschen dar -Steiner behauptete über seine Philosophie der Freiheit, sie sei "die Krönung der nietzschen Idee"- , zur Perfektionierung der Selbstbeherrschung, bis hin zur totalen Selbstbeherrschung, auf die auch z. B. die tibetanischen Mönche u.a. hinarbeiten. Diese totale Selbstbeherrschung bringt -zugegebenermaßen- eine gewisse Freiheit mit sich, doch der absolute Übermensch liese sich nichts durch andere Menschen sagen, Vorschreiben, schon allein aus seinem Prinzip heraus nicht, womit er schon an der totalen Freiheit vorbeigerauscht ist. Das Ideal des Übermenschen wie ihn Nietzsche und später auch Steiner darstellten, wird in dieser Form immer ein Ideal bleiben. Doch wenn mensch sich dieses Ideal aneignet, als Ideal der Freiheit, so kann er -meiner Meinung nach- nie ein Optimum an Freiheit, weder für sich selbst noch für andere, erreichen. Nietzsche stellt den Übermenschen als Gott ebenbürtig dar (vergl. "Kernpunkte der Nietzschen Philosophie":Tot sind alle Götter: Nun wollen wir, daß der Übermensch lebe.) -doch ein Gott würde niemals einen "Normalsterbliche" als ebenbürtig ansehen, wodurch er auch nicht zu der nötigen Einsicht gelangen würde, durch die er handeln könnte.

Auch meine ich, daß ein Mensch, der alle seine Triebe, Gefühle, Begierden, Lüste, etc. unter Kontrolle hat, kein Mensch mehr ist (sondern eben ein Übermensch), und somit auch kein freier Mensch sein kann. Denn genau dies macht doch den Menschen zum Mensch: Gefühle, Begierden, Triebe, Lüste; dies sind doch die Qualitäten des Menschens! Sie sind es doch, die das Leben lebenswert machen, durch die mensch in das eine oder andere kleinere oder größere Abenteuer hinein gerät! Sie geben dem Menschen doch erst die Basis zur Spontanität, zur Flexibilität!

 

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Anmerkung

Diese Kritik entstand im Philosophieunterricht bei der Bearbeitung des im Titel erwähnten Buches von V. Wember. Es ist eigentlich unumgänglich dieses Buch zu lesen um meine Kritik dazu zu verstehen.


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